Vom festhalten und loslassen

Alte Hunde sind etwas Wunderbares. Ich habe mich lange gewehrt, aber es ist nicht mehr zu verleugnen, meine Hazeline ist alt geworden. Wir sind alt geworden. Wenn ich an ihre Welpenzeit denke, ich grade frisch an der Uni, zum ersten Mal alleine gewohnt, alleine gelebt. Wir haben uns zusammen die Welt erkundet. Sind erwachsen geworden – nun ja, soweit ein eben Flat jemals erwachsen wird.

Ich habe mir häufig gewünscht die Zeit anzuhalten. Ein Hundeleben erscheint so unfassbar kurz. Doch dann – jede Erinnerung, all die Wochen und Monate und Jahre die wir zusammen verbracht haben. Ich möchte nicht einen Tag davon missen. Sie versteht mich ohne Worte. Ist mein Schatten. Oft genug stelle ich erst auf dem Rückweg des Spaziergangs fest, dass ich gar keine Leine eingepackt hatte – wir brauchen sie nicht mehr.

Seit ein paar Tagen haben wir hier Schnee. Hazel schleppt trotzdem tapfer ihren Tennisball auf jeder Runde mit – entgegenkommende Spaziergänger werden angesungen, bekommen den Ball präsentiert, aber niemals gegeben. Der ewige innere Kampf zwischen “ich will den Ball behalten” und “ich will, dass mir jemand den Ball wirft”.

Und genau wie der Hazeline geht es mir. Jeden Tag. Ich möchte unsere Zeit festhalten und doch gleichzeitig noch so vieles erleben und sehen welche Macken sie mit dem Alter noch weiter entwickelt… Festhalten und Loslassen. Es ist nicht einfach. Weder als Mensch, noch als Hund…

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